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6. Dezember 2010

Kreismusikschule: DIE LINKE feierte mit

Bereichert durch viele Auftritte von Schülern der Kreismusikschule hatte die Leiterin der Kreismusikschule, Frau Braun ein umfangreiches Programm organisiert. Nach der Rede von Minister Dr.Ekkehard Klug folgte ein Gang durch die Historie, beginnend mit der Aufforderung durch den Bundesverband an das schon damals rückständige Schleswig-Holstein, als letztes Bundesland nun bitte auch Kreismusikschulen zu organisieren. Diese sollen die musische Bildung in den Kreisen organisieren, auch selbst durchführen und alle Einrichtungen von den Kita bis zu den allgemeinbildenden Schulen vernetzen um dort musische Bildung organisieren.

Nach verschiedenen Gastrednern folgten unterhaltsame Talks, moderiert von Carsten Kock, an denen auch der Fraktionsvorsitzende der linken Kreistagsfraktion, Heinz- Michael Kittler teilnahm. Alle Redner lobten natürlich die Kreismusikschule über den Klee und versprachen ihr Bestes für deren Förderung zu unternehmen. Natürlich mit Einschränkungen wie von der Kreis CDU (die gerade große Mittel für eine Wirtschaftsförderungsgesellschaft und vorgezogenen Straßenbau beschlossen hatte): "Leider hat der Kreis kein Geld".

Sie glaubt, der Kreis könne nicht ein Luxus Hobby der Oberschicht mit finanzieren. Dem hielt Kittler, der immer wieder auf die ungerechtfertigten Kürzungsbeschlüsse zu sprechen kam, entgegen:

"Musik ist kein Sahnehäubchen in der Bildung, sondern ein Lebensmittel und ein harter Standortfaktor, kein weicher, wie manche Thoren immer noch glauben." Sie erfasst den ganzen Menschen, spricht z.B mathematische Fähigkeiten an, verlangt genaues Wahrnehmen.

Sie fördert Intelligenz, Kreativität, Selbstbewusstsein und Sozialverhalten und dient der Integration. Wir müssen begreifen, dass es unmöglich ist, mit den Kürzungen bei Kultur

Haushalte zu sanieren. Nach Meinung der Linken bedarf es dazu anderer Mittel, nämlich einer sozial gerechten Erhöhung der Einnahmeseite.

Da die Kreismusikschule für ihre Sozialstaffel auf gut € 80.000 Einnahmen jährlich verzichtet, wäre sie durch die beabsichtigten Kürzungen in etwa gleicher Höhe zu kostendeckenden Gebühren gezwungen. "Das würde genau die Sozialstaffel treffen und ist erbittert abzulehnen" so Kittler weiter.

Nicht bezifferbare Folgen des dann eintretenden Nachfragerückgangs ergäben sich auch bei der Fachlehrerschaft, deren Anreise aus den großen Städten nur bei Vollzeitunterricht Sinn macht. Vor diesen Sachverhalten hatte auch schon die Verwaltungsvorlage gewarnt und nur eine moderate Kürzung angeregt, die dann von schwarz/gelb aber verdoppelt wurde. 

Noch ist zwar nichts entschieden, aber die Kürzungsdebatte im Kreis nimmt einen perfiden Verlauf: In seiner letzten Sitzung hatte der schwarz/gelb dominierte Kreisausschuss für Bildung, Kultur und Sport vom Verein für Jugend- und Kulturarbeit (VJKA), in dem die Kreismusikschule integriert ist, verlangt, ein entsprechend finanzielles gesamt-"Konsolidierungskonzept" vorzulegen. Damit hat der Ausschuss die Auseinandersetzung in den Verein hineingetragen und will ihn zum vorauseilendem Kürzungsgehorsam zwingen.

Hier die Festschrift "40 Jahre Kreismusikschule"

Weitere Information der Kommunalverbände: "Die Musikschule - Leitlinien und Hinweise"