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26. September 2011 DIE LINKE. Schleswig-Holstein, Bildung

LINKE Bildungskonferenz diskutierte über Standpunkte und Alternativen

Die Bildungskonferenz am vergangenem Sonntag war ein Erfolg. Mehr als 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen Verbänden und Organisationen kamen in die Kieler "Pumpe", um über die Ausrichtung und Positionierung LINKER Bildungspolitik zu diskutieren. Nach zwei inhaltlich abwechslungsreichen Podien, die den TeilnehmerInnen einen breiten inhaltlichen Überblick verschafften, teilten sich die Teilnehmer in die verschiedenen Workshops auf, die jeweils von zwei Betreuern begleitet wurden. Die Workshops waren so besetzt, dass alle thematischen Eckpunkte, die innerhalb der Bildungspolitik verankert sind, behandelt und diskutiert werden.  Ziel war es, Thesen und Standpunkte zu formulieren, die der aktuellen bildungspolitischen Lage gerecht werden, und gleichzeitig Alternativen beinhalten, die für eine LINKE Bildungspolitik von Bedeutung sind.

„Wir haben Vereinen und Verbänden im Vorfeld Thesen zukommen lassen und diese ergebnisoffen diskutiert. Dabei haben wir viel aus den Diskussionen mitgenommen. Wir werden die Ergebnisse jetzt dezidiert aufarbeiten und in einem Reader zusammenfassen. Kein guter Gedanke darf verlorengehen“, sagt Jannine Menger-Hamilton, Landessprecherin der LINKEN in Schleswig-Holstein.

Als Querschnitt durch alle Workshops hindurch ergab sich, dass das derzeitige Bildungssystem weder zeitgemäß und gerecht ist. Frühkindliche Förderung ist existentiell von großer Bedeutung, um Kindern einen sachdienlichen Einstieg in das Bildungswesen zu geben und sie lernen zu lernen.  Im Workshop "Schule" wurde nicht nur der inhaltliche Stand der Schulen diskutiert, sondern auch über die Gestaltung des Schullebens an sich. Ein Vetorecht des Lehrerkollegiums lehnten die Teilnehmer ab. Schüler und Lehrer müssen direkt mitbestimmen dürfen, was an ihrer eigenen Schule passiert, ohne dass eine Seite mit einem Vetorecht alle Entscheidungen kippen kann.

Die Berufsausbildung darf nicht der Ausbeutung von billigen Arbeitskräften dienen. Sie muss praktische Fähigkeiten vermitteln und gleichzeitig eine theoretische Basis am Grundwissen  beinhalten, die eine weiterführende Qualifizierung (zum Beispiel das Studium an einer Fachhochschule) ermöglicht. Sowohl Qualität als auch Quantität der Ausbildungsplätze müssen kontinuierlich weiterentwickelt werden, um jungen Menschen einen guten und selbstbestimmten Start ins (Arbeits-)Leben zu geben.

Hochschulen müssen ihrem Auftrag der Kompetenzvermittlung nachkommen und nicht in die Abhängigkeit von wirtschaftlichen Interessen geraten. Die verschulte Form der Studiengänge lehnten die Teilnehmer ab, das so Kreativität und Kritikfähigkeit verloren geht. Die Debatte um die Studiengebühren wurde unter dem Gesichtspunkt diskutiert, dass die anderen Parteien sie zum Teil als Scheindebatten führen. So war es in Niedersachsen die SPD, die Langzeitstudiengebühren einführte.

Auch über das Schulwesen hinaus  darf der Zugang zur Bildung nicht verwehrt bleiben. In der Erwachsenen- und Weiterbildung dürfen keine Stellen gekürzt und Einrichtungen geschlossen werden, das wiederspricht dem Bildungsverständnis von LINKER emanzipatorischer Bildungspolitik. Ein flächendeckendes gut ausgestattetes System der Erwachsenen- und Weiterbildung ist auch für diejenigen von großer Bedeutung, die eine zweite oder dritte Chance wahrnehmen wollen. Bildung hört nicht mit dem (ersten) Schulabschluss auf!

„Die Konferenz hat von seinen Teilnehmerinnen und Teilnehmern und ihren Beiträgen gelebt. Wir danken den zum Teil weit angereisten Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf den Podien, den Workshopleiterinnen und -leitern und allen, die am Gelingen der Konferenz mitgewirkt haben“, so Menger-Hamilton.