Bei der Erfassung von Arbeitslosigkeit, Versicherungspflichtiger Beschäftigung und Kaufkraft bieten Kreis- und Arbeitsverwaltung ein trauriges Bild. Im Prinzip wissen sie nichts und jede Planung, z.B. die einer neuen "Wirtschaftsförderung" für jährlich € 500.000 ist auf Sand gebaut.
Der Arbeitsmarktreport für den Kreis Segeberg weist für Juli zwar eine leicht rückläufige Arbeitslosenquote von 5,3 % aus (7.602 Personen), erfasst aber nur Arbeitslose mit Leistungsanspruch für Arbeitslosengeld I oder II, während die Zahl aller gemeldeten Arbeitssuchenden fast doppelt so hoch ist. Von den Mangels Anspruch nicht gemeldeten Arbeitslosen ganz zu schweigen.
Die behauptete Senkung der Arbeitslosenzahl zum Vorjahresmonat ist in Wirklichkeit dennoch eine Steigerung, denn im Gegensatz zu 2009 werden in diesem Jahr Arbeitslose, die einen Vermittlungsgutschein besitzen, nicht mehr mitgezählt, nämlich 434 Personen.
Weitere 1.155 Arbeitslose werden trotz Leistungsbezug außerdem nicht mitgezählt: u.a. Ein € Jobber, Maßnahmenteilnehmer, Ältere ab 58, usw.
Die Bundesarbeitsministerin sollte nicht die Bundesagentur dafür missbrauchen, eine gigantische Zählmaschinerie zum Schönen der Zahlen einzusetzen. Besser wäre die Lieferung belastbarer Planungsdaten für Wirtschaft und Politik.
Noch verwerflicher ist die Behauptung einer angeblicher Zunahme von Versicherungs-pflichtigen Beschäftigungsverhältnissen denn jeder weiß dass massenhaft Vollzeitjobs in Teilzeit- Niedriglohn- und prekäre Arbeitsverträge aufgespalten werden. Hier würde eine Erfassung der gesamten Lohnsumme im Kreis Segeberg Aufschluss über die tatsächliche Entwicklung geben.
Aber auch hier: Fehlanzeige. Stattdessen bezieht der Kreis vom GfK-Panel die regionalen Klusterwerte der "Kaufkraft je Einwohner" die von 2008 auf 2009 leicht auf € 21.013 jährlich gestiegen seien und damit weit über dem Durchschnittslohn von Arbeitnehmern liegen. Das sagt über die Lohnsumme nichts und über die Kaufkraft im Kreis erst recht nichts aus.
Vielmehr lässt sich daraus schließen, dass einige Reiche im Kreis insgesamt etwa das drei- bis vierfache einnehmen wie alle Arbeitnehmer. Das wird zu allem Möglichen, am wenigsten zur Konsumquote.
