Im Kreis Pinneberg sind nach den aktuellsten Zahlen der Bundesagentur etwa 4.300 Beschäftigte arm trotz Arbeit: sie erhalten so wenig Lohn, dass sie auf zusätzliche staatliche Hilfe angewiesen sind. Mehr als vierzig Prozent von ihnen gehen einer geringfügig entlohnten Tätigkeit nach.
Das Gesamtbild in Schleswig-Holstein sieht ähnlich aus: Von 2007 bis 2011 ist die Zahl der sogenannten AufstockerInnen um 5400 auf 48.000 angestiegen. Besonders betroffen davon sind Beschäftigte, die Leiharbeit leisten oder in der Gastronomie tätig sind.
Cornelia Möhring, schleswig-holsteinische Bundestagsabgeordnete, erklärt dazu: "Weder die Landes- noch die Bundesregierung tun etwas, um diese dramatische Entwicklung zu stoppen. Im Gegenteil: Mit Steuermitteln werden Unternehmen unterstützt, die Niedriglöhne bezahlen. Zusammen mit den Lockerungen im Bereich der Leiharbeit ist die Politik der letzten Jahre staatlich geförderte Lohndrückerei!"
"Ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn von mindestens 10 Euro pro Stunde wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Doch das allein löst das Problem nicht, dass immer weniger Menschen von ihrer Arbeit leben können: Dazu gehört auch, prekäre Erwerbsformen wie Leiharbeit und 400-Euro-Jobs zurückzudrängen und eine Sozialversicherungspflicht ab der ersten Stunde für die Unternehmen einzuführen", ergänzt Klaus-Dieter Brügmann, Sprecher der LINKEN im Kreis Pinneberg.