Verdeckte Arbeitslosigkeit höher denn je. Unternehmer suchen falsch!
Die Veröffentlichungen der Arbeitsmarktdaten durch die Bundesagentur für Arbeit hält die Partei DIE LINKE für irreführend. Der Quote zugrunde lägen nur sogenannte Arbeitslose, nicht jedoch die Zahl der Arbeitssuchenden. Diese Zahlen sind doppelt so hoch. Für Kaltenkirchen werden für Juni 2599 Arbeitslose gemeldet, obwohl 4772 arbeitssuchend gemeldet sind. Die Geschäftsstelle der BA in Bad Segeberg nennt 1537 Arbeitslose, obwohl dort 3207 als arbeitssuchend registriert sind, In Norderstedt seien 2672 arbeitslos, aber 5.086 arbeitssuchend.
Zwar sind unter den Arbeitsuchenden auch Arbeitnehmer, die sich schon vor Inkrafttreten einer Kündigung registrieren lassen müssen, die meisten jedoch werden nur deshalb nicht zu den Arbeitslosen gezählt, weil sie keine Leistung beziehen.
Hinzu kommt die so genannte verdeckte Arbeitslosigkeit:
Die Meldung: „40% weniger Arbeitslose als noch vor 3 Jahren“ oder „Jobwunder in Bad Segeberg“ muss deshalb besonders kritisiert werden. Von den 3967 Personen die im Juli im Bezirk Neumünster - zu dem größtenteils der Kreis Segeberg gehört – aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet wurden, gingen nur 1643 (41%) in Arbeit, 815 (20%) in Bildungsmaßnahmen und 1239 (31%) in „Nichterwerbstätigkeit“- also vielfach in die verdeckte Arbeitslosigkeit. 270 Menschen (7%) verschwinden völlig aus der Statistik.
So geht das Monat für Monat. Wer sind diese vielen Menschen (38%), die aus der Statistik austreten? Es sind diejenigen, deren ALG I ausläuft, die aber mangels Bedürftigkeit, wegen Vermögen, oder weil der Partner arbeitet, keinen Anspruch auf ALG II geltend machen können und sich nicht mehr melden.
„Wir sind zwar der Meinung, dass die BA einen guten Vermittlungsjob macht und freuen uns mit ihr über jede gelungene Vermittlung“ so Kittler, Fraktionschef der Partei DIE LINKE im Segeberger Kreistag, „aber die Veröffentlichungen sind kontraproduktiv. Dem Drängen der Bundesregierung, die wegen ihrer verfehlten Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik, welche Binnenkaufkraft austrocknet und Arbeitsplätze vernichtet und deshalb die BA als Propagandainstrument missbraucht, sollte standgehalten werden.“
Arbeitgebern, die über Fachkräftemangel klagen wirft Kittler vor, den demografischen Wandel verschlafen zu haben, dh: zu wenig ausgebildet, zu wenig Ältere zu beschäftigen und keinen generationsübergreifenden Qualifikationstransfer
organisiert zu haben.
Die häufigsten Fehler werden jedoch von Firmen bei der Stellensuche selbst gemacht.
Auf: „berufsübliche Tätigkeiten“ und „Gehalt nach Vereinbarung“ meldet sich kein Bewerber, der etwas zu bieten hat, was scheinbar gar nicht gefragt ist!
Erfolgreiche Bewerbersuche setzt ein scharfes Profil voraus.
Wird eine qualifizierte Frau in Teilzeit gesucht, ist die Chance bei dem großen Angebot sehr gut. Hier wird jedoch meist „flexibel“ oder „nachmittags“ gesucht.
Das muss scheitern, denn 90 % der Teilzeitbewerberinnen erziehen und stehen
nur von 08:00 Uhr bis 13:00 Uhr zur Verfügung. „Wer die Betriebsorganisation entsprechend anpasst, dem steht eine große Auswahl an qualifizierten Bewerberinnen zur Verfügung“ so Kittler.